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Verwaltungsgemeinschaft Eggenthal

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Allgemein

Wälder im Hitzestress

Pressemitteilung vom 04.08.2026


Wälder im Hitzestress

 

Füssen, 04.08.2026 – Mittlerweile rollt die dritte Hitzewelle über Süddeutschland. Dabei kam es vor allem in Oberbayern zu mehreren Waldbränden, die mit hohem Aufwand gelöscht werden mussten. Die Bevölkerung wurde mehrfach zur Vorsicht mit Feuer im Wald aufgerufen. Doch neben der Waldbrandgefahr hat die große Hitze weitere Auswirkungen auf den Wald im Ostallgäu, berichtet Stephan Kleiner, Forstdirektor am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren.

Borkenkäfergefahr bleibt hoch
Eine große Gefahr ist der Borkenkäfer, der gerade in den fichtendominierten Wäldern zurzeit hervorragende Bedingungen für seine Entwicklung vorfindet. Die Käfer sind bei Wärme und Trockenheit aktiv und können ungestört neue Fichten befallen. Bei wärmeren Temperaturen profitieren auch die Nachkommen, da sie sich sehr schnell von der Larve zum fertigen Käfer entwickeln. „Zudem sind die Fichten durch die Trockenheit geschwächt und dem Borkenkäfer fällt es sehr leicht das natürliche Abwehrsystem der Bäume zu überwinden und sich unter die Rinde einzubohren“ erklärt Anna Merbeler, Fachkraft für Waldschutz bei der Bayerischen Forstverwaltung. Ihre Kollegin Anna Köhler bittet daher die Waldbesitzer im Ostallgäu alle zwei Wochen ihre Fichtenbestände auf Bohrmehl, Einbohrlöcher oder Harzfluss zu kontrollieren. „Befallene Bäume müssen schnellstmöglich gefällt und aus dem Wald geschaffen werden, um die umliegenden Wälder zu schützten“ rät Köhler.

Waldverjüngung leidet
Auch die Kinderstube der Wälder leiden unter den Temperaturen. Laut Forstdirektor Kleiner sind zum Teil im Frühjahr angelegte Kulturen bereits vertrocknet. Dies ist ein wirtschaftlicher Schaden für die Waldbesitzer und die Verjüngung wird um ein Jahr verzögert. Kleiner beobachtet auch, dass Bäume, die sich natürlich angesamt haben, vertrocknen. „Wir verlieren dadurch eine ganze Vegetationsperiode und die Konkurrenzvegetation kann die Waldverjüngung überwachsen“ erklärt der Forstdirektor. Dies erschwert eine Verjüngung in den nächsten Jahren. Besonders stark betroffen sind Kahlflächen, die ohne den Schutz der Altbäume der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.

Weniger Kohlenstoffspeicherung
Auch das Höhen- und Dickenwachstum der Bäume wird in diesem Sommer unterdurchschnittlich ausfallen. Dies hat für die Wälder zunächst keine nachteiligen Auswirkungen, aber sie können weniger Kohlenstoff aufnehmen. Dabei ist es im Kampf gegen den Klimawandel sehr wichtig, dass der Kohlenstoff in den Bäumen und nachfolgend in Holzprodukten langfristig gespeichert wird.

Trockenäste bilden Gefahr
Viele Bäume, wie die Birke oder Linde verfärben bereits jetzt ihre Blätter und werfen diese ab. „Dies ist ein Schutzmechanismus des Baumes, um nicht zu viel Wasser zu verbrauchen“ erklärt Forstdirektor Kleiner. Allerding können ganze Bäume und Äste absterben und in den Folgejahren eine Gefahr für Waldbesucher darstellen. Für die Waldeigentümer bedeutet dies, dass sie ihre Wälder sicherheitshalber öfters kontrollieren und zum Beispiel an Straßen oder Bebauung Totäste oder abgestorbene Bäume entfernen müssen.

Resiliente Wälder schaffen
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass mit mehreren Baumarten gemischte Wälder besser mit der Hitze umgehen können als Monokulturen. Daher rät Forstdirektor Kleiner den Waldbesitzern ihre Wälder umzubauen und rechtzeitig gemischte Wälder mit hitzetoleranten Baumarten zu schaffen. Eine kostenlose und neutrale Beratung erhalten die Waldbesitzer von den Försterinnen und Förstern der Bayerischen Forstverwaltung.
Nähere Informationen finden Sie auf unserer Website https://www.aelf-kf.bayern.de/ . Weitere Auskünfte erhalten Sie telefonisch unter 08341 9002-0 oder per E-Mail an poststelle@aelf-kf.bayern.de.

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